Verfasst von: Marika Muster | 19. April 2010

Die homöopathische Reiseapotheke – was muss mit in den Urlaub?

Wochenlang haben Sie sich auf den Urlaub gefreut, auf entspannte Tage am Meer, Sport in den Bergen oder einen kulturellen Städtetripp. Doch dann kommt alles anders: Schon auf der Reise macht der Körper schlapp, weil der Stress des Arbeitsalltags abfällt, das fremde Essen liegt schwer im Magen, der Strandbesuch endet mit Sonnenbrand und juckenden Insektenstichen. Und dann? Ganz einfach: Sie holen Ihre gut sortierte Reiseapotheke aus dem Koffer und die Beschwerden sind schnell vergessen.

Schulmedizin oder natürliche Heilmittel?

Wer zu Hause mit homöopathischen Mitteln gute Erfahrungen gemacht hat, will auch auf Reisen dem Prinzip treu bleiben“, sagt Michael Aulbach vom Fachverband Deutscher Heilpraktiker Landesverband Berlin-Brandenburg. Wer noch keinen Kontakt mit den natürlichen Helfern hat, sollte jedoch erstmal einen Heilpraktiker oder Arzt mit dem Schwerpunkt Homöopathie aufsuchen und sich mit der alternativen Heilkunde vertraut machen.

Was gehört ins Gepäck?

Egal ob Deutschland, Spanien oder Thailand, die meisten Apotheken müssen homöopathische Mittel in bestimmten Potenzen erst zeitaufwändig bestellen. In einigen Gegenden, z.B. in arabischen Ländern, ist es schwierig, überhaupt solche Mittel zu bekommen. Daher ist es sinnvoll, sich schon vor der Reise ein SOS-Set mit 10-15 Mitteln in Form von Globuli (kleine Kügelchen) zusammen stellen zu lassen, dass auf Ihre individuellen Bedürfnisse und das Reiseland abgestimmt ist. Das geht am einfachsten in Apotheken, die auf Homöopathie spezialisierte sind. Dort können Sie sich auch günstig kleine Mengen (2 ml) in handliche Röhrchen abfüllen lassen. Das gesparte Geld können Sie in ein Täschchen investieren, in der die Glasröhrchen sicher verstaut sind.

Tipps für unterwegs

Wer in eher kalte oder heiße Länder fährt, sollte die Röhrchen in einer mit Aluminium ausgekleideten Tasche verstauen, denn homöopathische Mittel sind sehr sensibel. „Ihre Wirkung behalten sie am besten bei Temperaturen von ca. 19-23 Grad“, sagt Aulbach. „Da es im Bauch von Flugzeugen in großen Höhen sehr kalt ist, sollte man Globuli auch lieber mit ins Handgebäck nehmen.“ Außerdem sollte man am Flughafen darum bitten, dass homöopathischen Mittel nicht durch die Röntgenschläuse müssen. Der Hinweis darauf, dass es sich um Medikamente handelt, hilft meist schon.

Im Fall der Fälle

Die Dosierung ist abhängig von den Beschwerden. In der Regel sollten drei bis fünf mal täglich drei Kügelchen genommen werden, bis eine Besserung eintritt. Eine Erstverschlimmerung darf nicht länger als einen Tag dauern und nach spätestens drei bis vier Tagen sollten sich die Beschwerden deutlich verbessert haben. Ansonsten unbedingt zum Arzt gehen! Bei akuten Infektionen, Fieber oder großem Flüssigkeitsverlust (z.B. bei Durchfällen und Erbrechen) sollte ebenfalls ein Experte konsultiert werden.

Und was kann man vor der Reise tun? „Ich halte nichts von homöopathischen Impfungen“, sagt Aulbach, „da die Mittel anhand eines Symptombildes verordnet werden, eignen sie sich im klassischen Sinn nicht zur Prävention.“ Dafür sollte man besser auf schulmedizinische Impfungen zurück greifen.

Diese Mittel helfen Ihnen auf Reisen:

  • Reiseübelkeit (Flugzeug, Auto, Seekrankheit) – COCCULUS (vorbeugend); TABACUM (akut)
  • Schlafstörungen durch Jetlag – NUX VOMICA
  • Durchfall oder „Nahrungsmittelvergiftung“ – ARSENICUM ALBUM; OKOUBAKA
  • Sodbrennen nach Alkoholgenuss – NUX VOMICA
  • Verdorbener Magen – NUX VOMICA; PULSATILLA
  • Sonnenbrand oder andere Verbrennungen – CANTHARIS
  • “Sonnenstich” - BELLADONNA
  • Insektenstiche - APIS MELLIFICA; LEDUM PALUSTRE
  • Bindehautentzündung - EUPHRASIA OFFICINALIS
  • Folgen von Unterkühlung oder Durchnässung – DULCAMARA
  • Beginnender Infekt – ACONITUM
  • Fieber – ACONITUM; BELLADONNA; FERRUM PHOSPHORICUM
  • Muskelkater – ARNICA MONTANA
  • Nasenbluten – PHOSPHORUS
  • Schürfwunden – ARNICA; CALENDULA (infiziert)
  • Zerrungen - ARNICA; RHUS TOXICODENDRON
  • Verletzung durch Seeigel – LEDUM PALUSTRE


Extra-Tipp:

Für Familien auf Reisen lohnt sich „Die homöopathische Schülerfibel“ von Christian Lucae und Michael Teut, in der die 12 wichtigsten Mittel zusammengestellt sind (für 7 Euro erhältlich unter www.naturundmedizin.de)


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